Luftschutzstollen in der Knappenhalde -

eine virtuelle Ausgrabung

 

Bunkermuseum Oberhausen: Luftschutzstollen in der Knappenhalde Oberhausen






























Bunkermuseum Oberhausen: Luftschutzstollen in der Knappenhalde Oberhausen
Plan des Stollenverlaufs in der Halde

Bunkermuseum Oberhausen: Luftschutzstollen in der Knappenhalde Oberhausen
Bunkermuseum Oberhausen: Luftschutzstollen in der Knappenhalde Oberhausen











Umgestaltung des Eingangs

Bunkermuseum Oberhausen: Luftschutzstollen in der Knappenhalde Oberhausen
Bunkermuseum Oberhausen: Luftschutzstollen in der Knappenhalde Oberhausen
Umgestaltung des zweiten Eingangs

Einigen Besuchern der Knappenhalde ist es bestimmt schon aufgefallen, dass sich in das Grün der Halde neuerdings einige orange Farbtupfer gemischt haben. Diese sind ein Teil des aktuellen Außen-Projektes des Bunkermuseums. Ziel des mit Mitteln aus dem EU-Programm „LOS“ (Lokales Kapital für soziale Zwecke) geförderten Projektes ist es, die Geschichte des Luftschutzstollens in der Knappenhalde zu recherchieren und den Stollenverlauf auf der Halde wieder sichtbar zu machen.

Leider fanden sich über diesen Stollen kaum offizielle Unterlagen und auch nur wenige Zeitzeugen – vor allem seien hier Helmut Geiermann und Jupp Idziaczek genannt – die ihn noch aus eigener Anschauung kannten, so dass insgesamt nur sehr spärliche Informationen zusammengetragen werden konnten:

Mit dem Bau des Stollens wurde 1943 begonnen und er zog sich bis ins Frühjahr 1945 hin. Wer an den Bauarbeiten beteiligt war, lässt sich nicht nachweisen; die meisten anderen großen Stollen auf den Flächen der GHH in Oberhausen wurden aber von der dortigen Bergbauabteilung in Zusammenarbeit mit der Organisation Todt und dem städtischen Luftschutzbauamt errichtet. Dabei kamen auch Zwangsarbeiter und vor allem französische Kriegsgefangene zum Einsatz.

Der Stollen selbst hatte bei einer Breite von 2 – 2,5m und eine Höhe von ungefähr 2,2m ein halbrundes Profil. Nach den Aussagen von Zeitzeugen gab es innerhalb der Gänge auch einige größere Räume und elektrisches Licht. An Lüftungs- und Sanitäranlagen, die in anderen Oberhausener Stollen vorhanden waren, erinnert sich dagegen kein Zeitzeuge. Der Ausbau bestand zum Großteil aus Beton, es gab aber auch Abschnitte, die nur mit Holz abgestützt waren. An den Wänden des Stollens befanden sich Sitzbänke.

Nach einem alten Plan aus den Beständen des Amtes für Umweltschutz hatte der Stollen in der Knappenhalde eine Gesamtlänge von ca. 500m und besaß vier Eingänge. Zwei der Eingänge und liegen an der Rückseite der Halde und sind noch zu erkennen. Der westliche Eingang ist dagegen durch die Aufschüttung von Kriegstrümmern überdeckt worden. Auch der südliche Eingang ist nicht mehr zu sehen. Wieviele Menschen letztlich in dem Stollen Schutz fanden ist nicht sicher, bei einer Länge von ca. 500m ist aber anzunehmen, dass ungefähr 2000 Plätze vorhanden waren.

Nach dem Krieg wurde der Stollen ca. von 1953-1957 von dem Pilzzüchter Anton Mayer, genannt „Pilzen-Anton“ genutzt. Der Stollen bot durch die Dunkelheit und die Wärme ideale Bedingungen für die Pilzzucht. 1957 wurde die Produktion in den Knappenbunker verlegte, weil es im Stollen immer wieder Verluste durch Diebstähle gab.

Der Stollen wurde schließlich Ende der 1950er Jahre verschlossen. Er war in städtischen Planungen zu dieser Zeit aber noch als wieder nutzbar zu machender Luftschutzraum vorgesehen.

Durch das Bunkermuseum werden nun die noch vorhandenen Eingänge teilweise freigelegt und farblich hervorgehoben und der wahrscheinliche Stollenverlauf im Gelände mit orangen Pfählen und Linien aus Totholz und Trümmerschutt markiert.

Zusätzlich werden Tafeln mit allgemeinen Informationen zur Knappenhalde an den Haupteingängen zur Halde aufgestellt. Zwei weitere Tafeln an den Stolleneingängen informieren über die Geschichte des Luftschutzstollens.

 

Die Präsentation des Projektes fand im Rahmen des Haldenfestes "Spitzenkunst auf der Kunstspitze" statt.

 

 

Flyer-und Tafel-Layout: Jürgen Schnug

 

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